Louises Geschichte
Erzähl uns Deine Geschichte, Louise. Wie hat sich Deine Beziehung zu Essen entwickelt?
“Schlimmes Übergewicht hatte ich nie. Für mein Empfinden war ich jedoch oft ein Stück über der Grenze. Dafür wurde ich zu Schulzeiten schon oft geärgert. Als ich mit 16 das erste Mal Mutter wurde, hatte ich 35 kg zugenommen und fühlte mich noch unwohler. Die Kilos hatte ich zwar schnell wieder runter – fiel aber auch dem Jojo-Effekt zum Opfer.”
Louise hat ihren ersten Sohn mit 16 bekommen. Darauf folgte ihre Tochter mit fast 18 und die zweite mit 19 Jahren. Kurz nach der Entbindung der zweiten Tochter hat sich nach und nach Bulimie eingeschlichen, die Louise 2 Jahre lang begleitete: “Der Gedanke, essen zu können, ohne zuzunehmen, war einfach verlockend.”
Irgendwann schlug Louises Essverhalten jedoch ins andere Extrem um: Fressattacken.
Was waren Deine größten Schwierigkeiten beim Essen?
“Unter der Woche konnte ich mich gut beherrschen. Aber am Wochenende habe ich oft über die Stränge geschlagen: Es gab eine Pizza und danach etwas Süßes. Danach nochmal was Herzhaftes und wieder was Süßes…”
Obwohl – oder gerade weil – sich Louise unter der Woche streng kontrollierte und sich Süßes verbot, wurde das am Wochenende fünffach nachgeholt. Der Gedanke, dass man sich am Wochenende ja “mal was gönnen” könnte, wurde als Begründung für die Fressattacken genutzt. Gewichtszunahme? Nur eine Frage der Zeit.
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Wann war der Moment, in dem es “klick” gemacht hat?
“Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir eine Äußerung meiner Jüngsten kurz vor Weihnachten: wir haben alle zusammen wild getanzt. Sie meinte zu mir: ‘Boah Mama, an Dir wackelt ja alles!’ Da wusste ich, dass ich was ändern muss.”